Nordkorea und Nahost: Außenminister Gabriel beim Gymnich-Treffen in Tallinn

BM Gabriel in Tallinn Bild vergrößern (© TV Newsroom / European Union)

Nordkorea: Besonnene und eindeutige europäische Antwort finden

In diesem September treffen sich die Außenminister in Estlands Hauptstadt Tallinn zu ihrer informellen Sitzung. Nach dem jüngsten Atomwaffentest in Nordkorea steht die angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel im Mittelpunkt der Gespräche.  Ziel ist es, eine gemeinsame europäische Position zu entwickeln und sich auf ein besonnenes und zugleich eindeutiges Vorgehen gegenüber dem Regime im Pjöngjang zu einigen.  Auch die wichtige Rolle Russlands und Chinas ist hier ein zentrales Thema.
Mit Erschrecken habe die internationale Gemeinschaft gesehen, dass Nordkorea trotz der Warnungen aus aller Welt erneut einen Atomtest durchgeführt habe, sagte Gabriel im Vorfeld des Treffens. Um zu verhindern, dass das Beispiel Nordkoreas Schule macht, müsse dringend der Druck auf das Land erhöht werden, setzte Gabriel fort, beispielsweise durch weitere Sanktionen. Wichtig sei dabei insbesondere eine gemeinsame Position der europäischen Staaten.

Nahostfriedensprozess:

Neben Nordkorea steht auch die Situation im Nahen Osten auf der Tagesordnung. Die Verhandlungen zwischen Israel und Palästina sind derzeit von Stillstand geprägt. Auf dem Gymnich-Treffen soll es deshalb um die Fortsetzung des Nahost-Friedensprozesses gehen.


Auch die Gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union sowie die Bekämpfung von Radikalisierung und Extremismus sind Thema in den Gesprächen der Außenminister.

Informelles Treffen der EU-Außenminister:

Zwei Mal im Jahr treffen die Außenministerinnen und Außenminister der EU-Mitgliedsstaaten im informellen Gymnich-Format zusammen. Namensgeber für das Treffen ist das ehemalige Haus der Bundesregierung im Rheinland. Dort fand 1974 unter Leitung des damaligen Außenministers Hans-Dietrich Genscher das erste Treffen dieser Art statt.